B2B mit Shopify ohne Shopify Plus – Möglichkeiten, Strategien und Vergleich

Aktualisiert zur Shopify Spring ’26 Edition – Stand: August 2026

Immer mehr Händler möchten ihre Produkte nicht nur an Endkunden, sondern auch an Geschäftskunden verkaufen. Lange war dafür entweder Shopify Plus oder eine Kombination aus
Apps und individuellen Workarounds erforderlich.

Mit der Shopify Spring ’26 Edition hat sich das grundlegend geändert: Shopify stellt zentrale
B2B-Funktionen jetzt auch in den Tarifen Basic, Grow und Advanced bereit – ohne zusätzlichen Aufpreis für das B2B-Funktionspaket.

Die kurze Antwort lautet deshalb heute: Ja, B2B mit Shopify funktioniert ohne Shopify Plus – und für viele Händler inzwischen sogar weitgehend nativ.

In diesem Beitrag schauen wir uns an, welche Funktionen enthalten sind, wo weiterhin Apps sinnvoll sind und wann sich ein Upgrade auf Shopify Plus lohnt.

B2B mit Shopify ohne Plus – die Grundlagen

Shopify B2B ist inzwischen in den Tarifen Basic, Grow, Advanced und Shopify Plus verfügbar.
Der frühere mittlere „Shopify“-Tarif heißt inzwischen Grow.

Zu den nativen B2B-Funktionen gehören unter anderem:

  • Unternehmen und Unternehmensstandorte
  • Mehrere Ansprechpartner und Berechtigungen pro Unternehmen
  • B2B-Kundenkonten und geschützte Preise
  • B2B-Kataloge mit eigenen Produkten und Preisen
  • Feste Preise und prozentuale Preisanpassungen
  • Staffelpreise und Mengenregeln
  • Zahlungsziele wie Netto 7, 30, 60 oder 90 Tage
  • Bestellungen auf Rechnung beziehungsweise per Zahlungsziel
  • Bestellentwürfe und Freigabeprozesse
  • Bestellnummern beziehungsweise PO-Nummern
  • Schnellbestellungen und Nachbestellungen
  • B2B-Automatisierungen mit Shopify Flow

Shopify stellt eine detaillierte Übersicht der B2B-Funktionen nach Tarif bereit.

Wichtige Voraussetzungen

Für die Nutzung von Shopify B2B musst du deine Geschäftskunden als Unternehmen mit mindestens einem Unternehmensstandort anlegen. Einzelne Ansprechpartner werden anschließend diesem Unternehmen beziehungsweise Standort zugeordnet.

Außerdem müssen die neuen Shopify-Kundenkonten aktiviert sein. Die früheren Legacy-Kundenkonten können nicht für native B2B-Bestellungen verwendet werden.

Bei Basic, Grow und Advanced setzt die Nutzung der B2B-Kataloge außerdem das neue Shopify Markets voraus.

Bevor du mit der Einrichtung beginnst, solltest du dich zwischen zwei Shop-Modellen entscheiden:

  • Blended Store: B2C und B2B laufen über denselben Shop, dasselbe Backend und denselben Warenbestand.
  • Dedicated B2B Store: Der B2B-Bereich erhält einen eigenen Shopify-Shop, ein eigenes Backend und einen getrennten Warenbestand.

Diese Entscheidung sollte früh getroffen werden. Ein späterer Wechsel erfordert häufig eine erneute Einrichtung von Unternehmen, Katalogen und Shop-Anpassungen. Shopify beschreibt die Unterschiede in seinem Leitfaden zu Blended und Dedicated B2B Stores.

Wichtige Features & wie du sie umsetzen kannst

Die Verwaltung von B2B-Kunden muss nicht mehr ausschließlich über Kundentags erfolgen.

Shopify bietet jetzt native Unternehmensprofile. Ein Unternehmen kann mehrere Standorte und Ansprechpartner besitzen. Für jeden Standort lassen sich unter anderem folgende Einstellungen hinterlegen:

  • Rechnungs- und Lieferadressen
  • Ansprechpartner und Bestellberechtigungen
  • Zahlungsziele
  • Steuerstatus und USt-IdNr.
  • Checkout-Einstellungen
  • Zugeordnete B2B-Märkte und Kataloge

B2B-Kunden müssen sich anmelden, bevor sie ihre freigegebenen Produkte und Preise sehen oder eine Bestellung aufgeben können.

Mit Shopify Forms kannst du außerdem ein Bewerbungsformular für neue Geschäftskunden erstellen. Nach dem Absenden legt Shopify automatisch ein Unternehmen, einen Unternehmensstandort und einen Ansprechpartner an. Die Freigabe kann anschließend manuell oder über Shopify Flow erfolgen.

Mehr dazu findest du in der Shopify-Dokumentation zu B2B-Unternehmensanfragen.

Für einen eigenständigen B2B-Shop steht das kostenlose Shopify-Theme „Trade“ zur Verfügung. Es wurde speziell für den Großhandel entwickelt und kann Preise und Produkte vor nicht angemeldeten Besuchern verbergen.

Wichtig

Ein separater B2B-Shop benötigt grundsätzlich einen eigenen Shopify-Store und damit ein weiteres Abonnement.

Eine der größten Änderungen betrifft die Preisgestaltung: Staffelpreise und B2B-Preislisten sind nicht mehr grundsätzlich auf Shopify Plus oder externe Apps beschränkt.

In Basic, Grow und Advanced kannst du bis zu drei aktive B2B-Kataloge über alle B2B-Märkte hinweg zuweisen. Dabei gilt: Wenn du einem einzigen B2B-Markt bereits drei Kataloge zuordnest, ist das vollständige Limit erreicht.

Mit einem Katalog kannst du:

  • bestimmte Produkte ein- oder ausschließen

  • alle enthaltenen Preise prozentual erhöhen oder reduzieren

  • feste Preise für Produkte oder Varianten hinterlegen

  • Mindest- und Höchstmengen definieren

  • Bestellschritte festlegen, beispielsweise nur in 6er-Einheiten

  • mengenabhängige Preisstaffeln einrichten

Auch automatische Rabatte und Rabattcodes können für B2B verwendet werden.
B2B-Rabatte sind standardmäßig deaktiviert und müssen durch den Shopify Support aktiviert werden.

Wo liegt die Grenze ohne Shopify Plus?

Auf Basic, Grow und Advanced werden Kataloge B2B-Märkten beziehungsweise Kundengruppen zugeordnet. Eine direkte Katalogzuweisung zu einem bestimmten Unternehmen oder einzelnen Unternehmensstandort ist Shopify Plus vorbehalten.

Wenn du für viele einzelne Kunden jeweils eigene Preise benötigst, reichen drei Kataloge daher schnell nicht mehr aus. In diesem Fall kommen weiterhin eine Wholesale-App oder Shopify Plus infrage.

Zahlungsziele sind jetzt nativ in allen B2B-fähigen Tarifen enthalten.
Du kannst einem Unternehmensstandort beispielsweise folgende Konditionen zuweisen:

  • Zahlung bei Erhalt
  • Zahlung bei Versand
  • Netto 7 Tage
  • Netto 15 Tage
  • Netto 30 Tage
  • Netto 45 Tage
  • Netto 60 Tage
  • Netto 90 Tage

Zusätzlich werden manuelle Zahlungsarten, PayPal, gespeicherte Kreditkarten und Rechnungen aus Bestellentwürfen unterstützt. Shopify Flow kann Zahlungserinnerungen automatisieren.

Ebenfalls möglich ist ein „Checkout-to-Draft“-Prozess:
Der Kunde sendet seine Bestellung zunächst als Bestellentwurf ab.
Du kannst sie prüfen, ändern oder freigeben, bevor daraus eine verbindliche Bestellung entsteht.

Nur auf Shopify Plus verfügbar sind dagegen:

  • prozentuale Anzahlungen
  • Teilzahlungen
  • Zahlungsanforderungen pro Teillieferung

In einem kombinierten B2C-/B2B-Shop gelten die aktivierten Zahlungsarten zunächst für beide Kundengruppen. Wenn einzelne Zahlungsarten abhängig vom Kundentyp ausgeblendet oder sortiert werden sollen, kann weiterhin eine kompatible Payment-Customization-App erforderlich sein. Erweiterte Anpassungen der Informations-, Versand- und Zahlungsseiten des Checkouts bleiben Shopify Plus vorbehalten.

Bei Steuern hat Spring ’26 weniger verändert als bei Preislisten oder Kundenkonten. Viele Steuerfunktionen waren bereits vorher verfügbar – neu ist vor allem ihre Integration in das native Shopify-B2B-System.

Das war bereits vorher möglich:

  • Abweichende Steuersätze wie 7 statt 19 Prozent über Produktkategorien oder manuelle Kollektionen
  • Steuerüberschreibungen bis hin zu 0 Prozent, sofern steuerrechtlich zulässig
  • Steuerbefreite Kunden sowie eine steuerexklusive Preisgestaltung über entsprechende Shop- und Steuereinstellungen

Das ist seit Spring ’26 neu:

  • Unternehmen und Unternehmensstandorte sind auch ohne Shopify Plus verfügbar
  • USt-IdNr. und Steuerbefreiung können direkt am jeweiligen Unternehmensstandort hinterlegt werden
  • Steuerstatus, B2B-Preise und Zahlungsbedingungen greifen dadurch nativ ineinander

Was weiterhin zu beachten ist:

  • B2B-Kataloge steuern Sortiment, Preise und Staffelpreise – nicht die Produktsteuersätze
  • Für die automatische USt-ID-Prüfung über VIES können weiterhin Apps wie Exemptify, Latori Tax Exempt Manager oder EUVAT.app sinnvoll sein
  • Bei steuerinkludierten Preisen wird aus einem Bruttopreis durch eine Steuerbefreiung nicht automatisch ein niedrigerer Nettopreis

Auch schnelle B2B-Bestellungen sind inzwischen nativ möglich.

Mit der Quick-Order-Liste können Geschäftskunden mehrere Varianten und Mengen direkt auf einer Produktseite auswählen. Die Funktion wird von den aktuellen kostenlosen Shopify-Themes ab Version 11 unterstützt.

Über das Kundenkonto können B2B-Kunden außerdem:

  • frühere Bestellungen einsehen
  • vergangene Bestellungen duplizieren
  • PO- beziehungsweise Bestellnummern angeben
  • offene Bestellungen und Zahlungsstatus prüfen
  • Retourenanfragen einreichen

Apps für einfache Schnell- oder Nachbestellungen sind daher nicht mehr zwingend erforderlich.

Für besonders große Bestellungen gelten weiterhin technische Grenzen:

Reguläre B2B-Bestellungen dürfen maximal 500 unterschiedliche Positionen enthalten, Bestellentwürfe maximal 200.

Der native B2B-Checkout funktioniert in allen unterstützten Tarifen. Zahlungsziele, Katalogpreise, Mengenstaffeln, Unternehmensinformationen und Steuerbefreiungen können dort berücksichtigt werden.

Die Möglichkeiten zur individuellen Anpassung unterscheiden sich jedoch weiterhin nach Tarif:

  • Basic und Grow: Standard-Checkout mit Branding und ausgewählten App- beziehungsweise Shopify-Functions-Anpassungen
  • Advanced: zusätzlich kontextbezogene Storefront- und Checkout-Erlebnisse über Shopify Markets
  • Shopify Plus: umfangreiche Checkout-UI-Extensions, Checkout Blocks und individuelle B2B-/B2C-Checkout-Flows

Außerdem sind einige Funktionen nicht mit nativen B2B-Bestellungen kompatibel.
Dazu gehören derzeit unter anderem beschleunigte Checkouts wie Shop Pay, Apple Pay, Google Pay und Amazon Pay sowie Abonnements, lokale Lieferung und bestimmte Abholoptionen.

Wichtig:

Vor der Einführung solltest du deshalb die aktuellen Anforderungen und Einschränkungen von Shopify B2B prüfen.

Vergleich: Shopify Standard vs. Shopify Plus für B2B

Basic, Grow & Advanced

B2B nativ – mit klaren Grenzen

  • Unternehmen & Kunden: Unternehmensprofile, Standorte, Ansprechpartner und Berechtigungen nativ enthalten
  • B2B-Kataloge: Bis zu drei aktive Preis- und Sortimentsmodelle über B2B-Märkte
  • Individuelle Händlerpreise: Keine direkte Katalogzuweisung zu einzelnen Unternehmen; nur über B2B-Märkte und innerhalb des Drei-Katalog-Limits
  • Staffelpreise: Mengenrabatte, Mindestmengen, Höchstmengen und Bestellschritte nativ verfügbar
  • Zahlungsziele: Rechnung, Netto-Zahlungsziele, Bestellentwürfe und Zahlungserinnerungen nativ verfügbar
  • Steuern: USt-IdNr. und Steuerbefreiung am Unternehmensstandort; für automatische VIES-Prüfungen können weiterhin Apps sinnvoll sein
  • Quick Order & Nachbestellung: Nativ über Quick-Order-Liste und B2B-Kundenkonto
  • Checkout: Basic und Grow mit eingeschränkter Anpassung; kontextbezogene Storefront und Checkout-Konfiguration ab Advanced
  • Anzahlungen & Teilzahlungen: Nicht verfügbar
Kosten:
Regulärer Shopify-Tarif ohne zusätzlichen B2B-Aufpreis – zuzüglich optionaler App- und Steuerkosten
Shopify Plus

B2B nativ – individuell skalierbar

  • Unternehmen & Kunden: Unternehmensprofile, Standorte, Ansprechpartner und erweiterte Organisationsverwaltung
  • B2B-Kataloge: Unbegrenzte Kataloge für unterschiedliche Preis- und Sortimentsmodelle
  • Individuelle Händlerpreise: Kataloge können direkt einzelnen Unternehmen und Unternehmensstandorten zugewiesen werden
  • Staffelpreise: Mengenrabatte, Mengenregeln und kundenspezifische Preisstrukturen nativ verfügbar
  • Zahlungsziele: Rechnung, Netto-Zahlungsziele, Bestellentwürfe und Zahlungserinnerungen
  • Erweiterte Zahlungen: Anzahlungen, Teilzahlungen und Zahlungsanforderungen pro Teillieferung
  • Steuern: USt-IdNr. und Steuerbefreiung am Unternehmensstandort sowie erweiterte Checkout-Integrationen
  • Quick Order & Nachbestellung: Nativ über Quick-Order-Liste und B2B-Kundenkonto
  • Checkout: Umfangreiche Anpassungen über Checkout Extensibility, Checkout Blocks und individuelle B2B-/B2C-Flows
  • Support & Skalierung: Priority-Support, erweiterte API-Möglichkeiten und höhere Limits
Kosten in der EU:
Ab 2.100 € pro Monat bei drei Jahren Laufzeit beziehungsweise 2.250 € pro Monat bei einem Jahr Laufzeit

Stand: August 2026. Bei komplexen oder besonders umsatzstarken Unternehmen kann für Shopify Plus eine variable Plattformgebühr gelten. Preise und Funktionsumfänge können sich ändern.

Fazit

Ohne Shopify Plus

Für viele Händler vollkommen ausreichend

  • Maximal drei B2B-Preis- und Sortimentsmodelle werden benötigt
  • Händler lassen sich in gemeinsame Konditionsgruppen einteilen
  • Staffelpreise, Mengenregeln und Zahlungsziele reichen aus
  • Keine Anzahlungen oder komplexen Teilzahlungen erforderlich
  • Der Standard-Checkout oder Shopify Advanced genügt
  • Apps werden nur für einzelne Zusatzfunktionen benötigt
Shopify Plus

Sinnvoll für individuelle und komplexe Strukturen

  • Mehr als drei B2B-Kataloge werden benötigt
  • Einzelne Händler erhalten individuelle Preislisten
  • Kataloge sollen direkt Unternehmen zugewiesen werden
  • Anzahlungen, Teilzahlungen oder Teillieferungen sind erforderlich
  • Der Checkout soll umfassend angepasst werden
  • Höhere API-Limits und Enterprise-Support werden benötigt

Unser Tipp:

Starte mit den nativen B2B-Funktionen deines bestehenden Shopify-Tarifs.
Ergänze nur fehlende Spezialfunktionen mit Apps. Wenn individuelle Preislisten, komplexe Zahlungsprozesse oder umfangreiche Checkout-Anpassungen zum Standard werden,
ist Shopify Plus der konsequente nächste Schritt.

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